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HaRas kleine Pest Geschichte

Ich liege auf den harten Brettern eines Karren. Hölzerne Räder lassen sich nur mühsam über den zertrampelten und zerfurchten Rasen ziehen. Über mir und neben mir liegen, übel riechend nach einem langen Tag Arbeit, weitere Personen. Zum Glück dampfen die geschwenkten Weihrauchkessel stark und halten die Luft so erträglich. Neben den hölzernen knarren des Karrens, knacken leise die um uns herum getragenen Fackeln. Am Rand stehen schweigend Menschen, die meisten Blicken neugierig, manche betrübt oder sogar verängstigt. Irgendwo weint ein Kind. Die fahle Dunkelheit wird je unterbrochen durch klagende Rufe: "Die Pest, die Pest ist in der Stadt!". Und ich? Ich bin Tod gestorben um 1645 in einer der verzehrenden Pestwellen die durch Europa fegten.

Während mir abwechselnd blutrote und eitergelbe Farbe aus den geschminkten Pestbeulen in die Augenläuft, frage ich mich warum zum Geier haben die einen Dudelsackspieler gesucht?

Die Anfänge

Die Anfänge der Band Pestilenzia liegen bereits einige Zeit vor meinem Einstieg bei den Pestis, im Jahre des Herren (welchem auch immer) hat sich eine kleine Truppe von mittelaltermarkt Begeisterten zusammen getan um das örtliche Sehusa-Fest um ein Paar "kuriositäten" zu erweitern. Ein Thema war, durch die morbide angehauchten Kollegen, auch schnell gewählt. Die Pest. Aber was sollte man nun auf einem Mittelaltermarkt Darstellen, es sollte etwas sein was es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab????

-Schnitt-

Ich stehe in einer Traube von Menschen. Nein, viel mehr stehe ich in einem menschenleeren Platz in einer Traube von Menschen. Gebückt unter meinem

schweren Buckel, von Dreck gezeichnet und nach Schaf riechend kämpfe ich mich an den zentralen Platz vor. Dort preißt ein Medicus seine Dienste an und versucht gerade seine neuste Terapie an die Frau zu bringen.  "Brustvergrößerung durch Handauflegen!" Ich schreie, zeige fuchtelnd auf mein Buckel, die Leute rücken weiter von mir Weg. Ehe ich mich versehe werde ich auf eine Bühne gezogen, auf Heuballen geschnallt und unter Schreien wieder gerade gezogen. Wieder nix mit Dudelsack.

Neben den dargestellten Lagerleben, Kinderspielen, Feuershows, Medicusshows, Pestumzügen und (die etwas verstörenden) Bettler Walkinacts. Hart sich ein harter Kern einmal in der Woche in dem Wohnzimmer von einem gewissen Sigismund von Alzheim versammelt um dort mit Dudelsack und Davul die ersten Stücke einzuproben.

 

- ENDE -  1. Teil